Fachwissen für LeiterInnen

Symbolischer Rahmen

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Geändert: 18. October 2017, 12:59   Nutzer: Gerald Stockinger  → Nutzerbild Gerald Stockinger

Symbolischer Rahmen

Der symbolische Rahmen der PfadfinderInnen besteht aus Geschichten, Symbolen, Traditionen und Ritualen, die wir im Rahmen des Programmangebots der jeweiligen Altersstufe einsetzen. Der symbolische Rahmen regt die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen durch Förderung von Kreativität und Einfallsreichtum an. Er hilft den Kindern und Jugendlichen dabei, sich mit unseren grundlegenden Werten zu identifizieren, bietet Raum für das Ausprobieren neuer Rollen und Möglichkeiten und fördert den Zusammenhalt und die Verbundenheit innerhalb der Gruppe.

Ein Symbol ist etwas Vertrautes, das etwas Größeres oder Abstrakteres repräsentiert, wie zum Beispiel eine Idee oder ein Konzept. Symbole werden oft dazu verwendet, Konzepte oder Ideen bekannt zu machen. Symbole brauchen keine sprachliche Erklärung, denn sie sind oft selbsterklärend, weil wir sie mit unseren Erfahrungen in Verbindung bringen und so den Sinn, der hinter dem Symbol steht, erkennen.

Unsere Sammlung von Symbolen ist vielfältig und oft mit Traditionen verbunden. Viele unserer Symbole tragen wir bewusst – und mit Stolz – nach außen, um allen zu zeigen, dass wir zusammengehören. Nach außen hin mag es so aussehen, als ob alle PfadfinderInnen das gleiche Halstuch tragen, intern zeigen wir allerdings durch unsere individuellen Gruppenhalstücher, dass wir zu unterschiedlichen Pfadfindergruppen oder Landesverbänden gehören.

Pädagogischer Hintergrund

Obwohl wir innerhalb der Pfadfindergruppe alle zusammengehören, unterscheiden wir in der Verwendung unterschiedlicher Symbole, dass wir WiWö, GuSp, CaEx oder RaRo sind und, dass wir uns als LeiterInnen zu einer dieser Altersstufen besonders hingezogen fühlen – weil wir da eben dazugehören!

Im Tun mit den Kindern und Jugendlichen setzen wir Geschichten und Symbole oft ganz bewusst und überlegt ein. Ein WiWö-Spiel ohne Rahmengeschichte wäre langweilig, oder? Ein GuSp-Abenteuer ohne Verkleidungen und Spielgeschichte genauso. Du als LeiterIn hast die Aufgabe, gemeinsam mit deinem Team den Rahmen vorzugeben und gemeinsam mit den Kindern in die Spielgeschichte einzutauchen. Die Kinder lassen sich leichter mitreißen, wenn du als LeiterIn selbst Spaß an der Sache hast.

In den Jugendstufen geht es dann mehr darum, eigene Symbole und Traditionen zu finden, die zeigen, dass wir zusammengehören. Das können Abzeichen oder Logos genauso sein, wie das Festlegen gemeinsamer Regeln oder einer Charta, mit der wir unsere eigenen Spielregeln für uns klar definieren – und die außer uns auch niemand verstehen muss. Wichtig ist, dass wir hier auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Jugendlichen schauen. Als LeiterIn hast du die Aufgabe hier immer wieder Impulse und Angebote zu setzen, denn es wird nur dann zum Beispiel nur dann zu einer CaEx- oder RaRo-Tradition, wenn es den Jugendlichen wichtig ist.

Die PfadfinderInnen leben von Geschichten, Verkleidungen, Geheimnissen, Traditionen und Symbolen. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, sich mithilfe ihrer Fantasie in die Welt der Geschichten hineinzuleben, gemeinsam "retten wir die Welt", "besiegen die Bösen" und vieles mehr. Später ermutigen wir sie, sich gemeinsame Symbole für ihre Zusammengehörigkeit zu schaffen um dann als Erwachsene WiWö- oder GuSp-LeiterInnen wieder in die Welt der Spielgeschichten eintauchen zu können.

Zusammenhang mit anderen Methoden

Der "Symbolische Rahmen" als eines der sieben Elemente der PfadfinderInnenmethode eröffnet durch das Ausleben unserer Fantasien den Kindern und Jugendlichen Lernfelder, die sie weder in der Schule noch zuhause finden. In eine fiktive Welt zu reisen, gemeinsam fast unmögliche Aufgaben bewältigen – dass schweißt uns zusammen, da sind wir als Team unterwegs, ermöglicht uns Persönliche Weiterentwicklung. Schon Baden-Powell hat uns dazu geraten, die Kinder und Jugendlichen lernen zu lassen, indem sie selbst etwas tun und Aufgaben selbst bewältigen - Learning by Doing. Genau das machen wir – wir lassen die Kinder und Jugendlichen durch das Erleben von Geschichten und Abenteuer lernen, dass die eigene Fantasie grenzenlos ist und dass vieles möglich ist, wenn wir die Wirklichkeit nicht immer so wörtlich und wichtig nehmen.

In der uns ganz eigenen Pfadfindersprache finden sich ganz viele Symbole wieder. Oft sind diese nur uns PfadfinderInnen bekannt und verständlich – oft irritieren wir Außenstehende dadurch ein wenig. Wenn wir unter uns sind, brauchen diese Symbole ganz sicher keine Erklärung – jedem ist klar, wofür das Halstuch steht! Nach außen hin – zum Beispiel gegenüber neuen Pfadfindereltern – braucht es zum Symbol "Halstuch" auch einiges an Erklärungen.

Erfolgsfaktoren

  • Tauche mit den Kindern und Jugendlichen in die Fantasiewelt ein.
  • Gib den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gemeinsam Traditionen zu schaffen.
  • Eröffne den Kindern und Jugendlichen dadurch neue Lernräume.
  • Sei selbst Teil der Geschichte - lebe den Kindern und Jugendlichen vor, dass Fantasie keine Grenzen hat.

Weiterführendes