Erste Hilfe

Erste Hilfe

Jeder kann sich einmal verletzen. Du bist doch sicher auch froh, wenn dir jemand hilft, wenn du dies einmal benötigst. Für dich als PfadfinderleiterIn sollte es natürlich selbstverständlich sein Erste Hilfe zu leisten. Damit kannst Du den Kindern und Jugendlichen, deinen MitleiterInnen oder anderen Menschen helfen.

Was ist Erste Hilfe?

Unter Erster Hilfe versteht man jene Maßnahmen, die bei lebensbedrohlichen Verletzungen, Erkrankungen oder Vergiftungen notwendig sind, um das Überleben des Patienten zu sichern und ihn vor weiteren Schäden zu schützen.

Merke: Erste Hilfe ist einfach!

Erste Hilfe ist nicht schwer! Du kannst auch nichts falsch machen, außer nichts zu tun.

Worauf musst du als ErsthelferIn achten?

Wenn du Erste Hilfe leistest gibt es ein paar Punkte, die du beachten solltest.

Ruhe bewahren
Versuche ruhig zu bleiben. Die Ruhe, die du ausstrahlst, überträgt sich auch auf die Person, die du versorgst. Versuche dir selbst vorzustellen, von wem du lieber versorgt werden möchtest: Von einer unruhigen, nervösen Person oder einer ruhigen Person? Auch wenn es nicht immer leicht fällt ruhig zu bleiben, probiere es so gut du kannst.

Erste Hilfe Sofortmaßnahmen sind:

  • Notruf tätigen
    Nimm dir für das Absetzen des Notrufes Zeit. Die Person, die den Notruf aufnimmt, wird dir Fragen stellen. Sie möchte von dir wissen WO es passiert ist, WAS passiert ist, WIE VIELE Menschen betroffen sind und WER anruft. Nachdem du die Informationen gegeben hast lege nicht gleich auf. Warte bis das Gespräch von der Rettungsleitstelle beendet wird.
  • Gefahrenzone erkennen und absichern
    Du kannst nicht in jeder Situation sofort helfen. Manche Situationen können auch für dich gefährlich sein, wie zum Beispiel eine stark befahrene Straße, Steinschlag oder Geröllabgang, Unfälle mit Gasen oder auch Tiere, um ein paar aufzuzählen. Vergiss nicht auf dich selbst, denn Selbstschutz hat immer Vorrang!
    Sichere daher die Gefahrenstelle (=Unfallstelle) zuerst ab, um andere Menschen davor zu warnen und dich selbst zu schützen, wenn du der Person hilfst. Eine leichte Regel, um sich das zu merken, ist die GAMS-Regel: Gefahr erkennen – Absichern – Menschen retten (so es geht) – Spezialkräfte anfordern.
  • Bergung verletzter Personen
    Der oder die Verletzte soll so rasch und schonend wie möglich geborgen und aus der Gefahrenzone gebracht werden. Eine Bergung ist aber nicht immer möglich. Sobald der Eigenschutz nicht mehr gewährleistet oder die verletzte Person eingeklemmt ist, bleibt dir als ErsthelferIn nur die Möglichkeit der Absicherung und Verständigung von Spezialkräften mittels Notruf.
  • Bei Bewusstlosigkeit: Stabile Seitenlagerung
    Wenn die verunglückte Person bewusstlos ist, Atmung und Kreislauf aber intakt sind, so muss sie in die stabile Seitenlage gebracht werden, da sonst durch Verlegung der Atemwegen Lebensgefahr besteht.
  • Bei Atem-Kreislaufstillstand: Herzdruckmassage und Beatmung
    Wenn keine Atmung feststellbar ist, rufe um Hilfe, damit andere Personen sofort den Notruf (144) durchführen und einen Defibrillator sowie einen Verbandskasten holen können. Beginne dann mit der Herzdruckmassage und wenn es Dir möglich ist mit der Beatmung.
  • Blutstillung
    Eine starke Blutung kann zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Die Blutstillung erfolgt durch Fingerdruck oder das Anlegen eines Druckverbandes. Bei Blutungen an den Gliedmaßen kann der Blutverlust durch Hochlagern des betroffenen Körperteils verringert werden. Versorge die kleineren, nicht lebensbedrohlichen Wunden mit einem sauberen Verband oder einem Pflaster.
  • Schockbekämpfung
    Die Basismaßnahmen bestehen aus vier Punkten, die du jeder Person zukommen lassen kannst, der es nicht gut geht.
  1. Lagerung: Nicht jede Verletzung bedarf der gleichen Lagerung. Die Lagerung kann zur Verbesserung der Verletzung oder Erkrankung beitragen.
  2. Frische Luft: Schau, dass die Person ausreichend frische Luft bekommt. Öffne hierfür gegebenenfalls Fenster und Türen.
  3. Zudecken: Decke die Person zu, um sie vor dem Auskühlen zu schützen.
  4. (Psychische) Betreuung: Sorge für Ruhe, damit die betroffene Person sich auch beruhigen kann. Bleibe bei ihr und zeige ihr, dass du für sie da bist. Das hilft oft sehr.

Wichtige Notrufnummern

122Feuerwehr

133

Polizei
144Rettung
112Europäischer Notruf (in allen europäischen Ländern möglich)
141ärztlicher Betreuungsdienst (Wochenende, Feiertage und Nacht)
Ortsvorwahl/1455Apothekennotdienst
01/406 43 43Vergiftungsinformationszentrale (VIZ)
140Alpiner Notruf

Empfehlung

Frische dein Erste Hilfe Wissen in regelmäßigen Abständen auf. So bist du nicht nur am neuesten Stand, sondern reagierst auch ruhiger, wenn du bereits einmal oder mehrmals davon gehört hast.


Quelle

  • Österreichisches Rotes Kreuz (Hrsg.) (2016): Erste Hilfe. Wien: ÖRK Einkauf & Service GmbH

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