Fachwissen für LeiterInnen

Feedback

Feeback [Bearbeiten]

Feedback ist eine persönliche Nachricht an einen Mitmenschen, die etwas darüber sagt, wie du ihn/sie siehst. Feedback hilft dir, mehr darüber zu erfahren, wie andere dich sehen. Du wirst merken, dass sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung nicht immer entsprechen. Als FeedbackgeberIn teilst du jemandem deine persönlichen Eindrücke und Wahrnehmungen über sein/ihr Verhalten mit.

Feedback soll sein: [Bearbeiten]

  1. Beschreibend
    Indem du moralische Bewertungen unterlässt, verminderst du in der anderen Person den Drang, sich zu verteidigen und die angebotenen Informationen abzulehnen. Feedback soll nicht bewerten, interpretieren oder Motive suchen.
  2. Angemessen
    Feedback kann zerstörend wirken, wenn du dabei nur auf deine eigenen Bedürfnisse schaust und die Bedürfnisse der anderen Person, der du diese Information geben willst, nicht genügend berücksichtigst.
  3. Brauchbar
    Das Feedback muss sich auf Verhaltensweisen beziehen, die der/die EmpfängerIn ändern kann.
  4. Erbeten
    Feedback ist dann am wirksamsten, wenn der/die EmpfängerIn selbst die Frage formuliert hat. Es soll auf keinen Fall aufgezwungen werden. Frage nach, ob der/die EmpfängerIn ein Feedback hören will.
  5. Zur rechten Zeit
    Feedback ist am wirksamsten, je kürzer die Zeit zwischen dem betreffenden Verhalten und dem Feedback ist.
  6. Klar und genau formuliert
    Durch Rückfragen kannst du überprüfen, ob dein Feedback klar und verständlich war.

Johari-Fenster [Bearbeiten]

Das folgende grafische Modell soll dir zeigen, was durch Feedback erreicht wird. Es heißt JOHARI-Fenster, nach den Verfassern JOe Luft und HARI Ingham. Es stellt dar, welche Möglichkeiten es zum Vergleichen deiner eigenen Beobachtungen, sowie der Beobachtungen der anderen gibt.

Das Kästchen A, die Öffentliche Person, enthält alle öffentlichen Verhaltensweisen und Motivationen, die sowohl dir bekannt als auch für andere so wahrnehmbar sind.

Das Kästchen B, die Private Person, enthält alles, was dir bekannt ist, du aber anderen nicht preisgibst. Es ist den anderen also verborgen.

Das Kästchen C, der blinde Fleck, enthält all das, was deiner eigenen Wahrnehmung über dich entgeht bzw. dir selbst nicht auffällt, aber von anderen gesehen und erkannt wird. Durch das Einholen von Feedback kannst du diesen Bereich verkleinern. Du erfährst, was andere über dich denken und wissen - der sogenannte blinde Fleck wird kleiner.

Das Kästchen D, das Unbekannte, enthält jenes Verhalten von dir, das weder dir selbst noch anderen bekannt ist. Hier eine Veränderung zu erwirken, geht nur mit besonderen psychologischen Methoden.

Johari Fenster

Die Verhältnisse zwischen den Kästchen variieren natürlich zwischen den verschiedenen Gruppen, in denen du dich bewegst. Je länger man sich kennt, umso kleiner können Kästchen B und C werden. Du kannst den blinden Fleck für dich verkleinern, indem du dir von anderen Feedback holst. Für den Bereich der privaten Person entscheidest du selbst, ob die Vertrauensbasis groß genug ist, um mehr Dinge von dir preiszugeben.

Feedback holen [Bearbeiten]

Damit du erfahren kannst, wie du in bestimmten Situationen gewirkt hast, gehst du auf eine Person zu, von der du gerne ein Feedback haben möchtest und fragst diese zum Beispiel:

"Wie wurde ich wahrgenommen?", "Wie habe ich in deinen Augen gehandelt?", "Wie habe ich deiner Meinung nach auf die Gruppe gewirkt?"

Vergiss nicht, dass es beim Feedback um die subjektive Wahrnehmung des anderen geht. Feedback beschreibt eine persönliche, subjektive Wahrnehmung und kann deshalb auch nicht als einzig richtig aufgefasst werden bzw. wahr oder falsch sein. Das Feedback bleibt so im Raum stehen. Verteidige und rechtfertige dich nicht, denn der/die andere hat dich so, wie er/sie es dir erzählt hat, wahrgenommen.

Wenn du Feedback bekommst:

  • Betrachte Feedback als ein Geschenk und Chance für deine persönliche Entwicklung!
  • Nimm Feedback nur dann, wenn du wirklich dazu bereit bist!
  • Lass den/die FeedbackgeberIn ausreden!
  • Höre zu, ohne zu verteidigen, zu argumentieren oder zu "kontern"!
  • Verständnisfragen sind erlaubt!
  • Entscheide selbst, ob und was du an deinem Verhalten ändern willst!
  • Bedanke dich beim Feedbackgeber/bei der Feedbackgeberin!

Feedback geben

Es wird im Laufe deiner Tätigkeiten als LeiterIn immer wieder Situationen geben, in denen dir an einem Kind oder Jugendlichen oder aber an einem Mitglied deines Leitungsteams etwas aufgefallen ist, was du ihm/ihr gerne rückmelden möchtest. Das könnte für die Person zwar vielleicht nicht immer als angenehm empfunden werden, aber sie bekommt dadurch die Möglichkeit, mehr über sich zu lernen. Wichtig dabei ist, dass du dir dafür den passenden Moment suchst und am besten mit der Person unter vier Augen sprichst.

Es gibt ein paar Punkte, an denen du dich orientieren kannst, wie du Feedback richtig geben kannst:

  • Sorge für eine ruhige Atmosphäre und genügend Zeit!
  • Sei beschreibend (nicht wertend)!
  • Sei konkret!
  • Sei realistisch und angemessen!
  • Formuliere Lob, Anerkennung und Kritik als Ich-Botschaften (siehe unten)!
  • Teile deine Wahrnehmungen als Wahrnehmungen, deine Vermutungen als Vermutungen und deine Gefühle als Gefühle mit!
  • Sei subjektiv! / Sage etwas über den eigenen Beobachtungshintergrund!
  • Sprich den/die FeedbacknehmerIn direkt an!
  • Gib konstruktive Hinweise (Ansprechen von Alternativen, Wünschen, Verbesserungen)!
  • Verwende einen freundlichen Umgangston!
  • Sei nicht nur negativ!

Ich-Botschaften [Bearbeiten]

Oft machen Menschen den Fehler, dass sie in Konflikten mit Du-Botschaften reagieren. Vielleicht hast auch du schon einmal "Du störst immer!" zu einem Kind oder Jugendlichen oder "Du hörst dir nie an, was ich zu sagen habe!" zu einem Teammitglied gesagt. Diese Formulierungen sagen leider nichts über die Person aus, die das eigentliche Problem hat: nämlich du selbst!

Solche Botschaften werden weder dir noch anderen viel nützen, denn du überträgst damit die Verantwortung für dein Problem einer anderen Person. Und auch die andere Person fühlt sich schlecht, da Du-Botschaften bei der betreffenden Person meist als negative Bewertungen ankommen.

Viel deutlicher kannst du dich mit einer Ich-Botschaft betreffend deines Zustandes ausdrücken.

Gerade auch beim Feedbackgeben ist es wichtig, dein Feedback als Ich-Botschaft zu formulieren! Denn du möchtest damit ja DEINE subjektive Wahrnehmung ausdrücken. Wenn du das als Ich-Botschaft formulierst, ist es für dein Gegenüber mit Sicherheit einfacher, das Feedback anzunehmen!

Zum Beispiel:
"Es frustriert mich, wenn ich dauernd unterbrochen werde." oder: "Ich habe das Gefühl, im Team nicht angehört zu werden."

Mit einer Ich-Botschaft verdeutlichst du den anderen:

  • was dir Schwierigkeiten macht,
  • die konkreten Auswirkungen auf dich und
  • wie du dich fühlst.


Weiterführendes