Fachwissen für LeiterInnen

Methoden GuSp

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Geändert: 20. Januar 2019, 10:44   Nutzer/in: Gerald Stockinger  → Nutzerbild von Gerald Stockinger

Methoden der GuSp-Stufe

Name der Methode

Kurze Beschreibung

Pädagogischer Hintergrund

AbenteuerGemeinsames Erleben von Spannung, Spaß und Action, das Wagen und Meistern von Herausforderungen und Aufgaben in der Patrulle. Die Methode hilft die Inhalte, die du deinen Guides und Spähern vermitteln möchtest, altersgemäß, interessant und spielerisch zu gestalten.Erweiterung der eigenen Fähigkeiten. Möglichkeit, in eine Fantasiewelt einzutauchen und sich in anderen Rollen auszuprobieren. In einem geschützten Rahmen können sie ihre eigenen Grenzen kennen lernen und austesten. Durch erfolgreich bestandene Aufgaben wird der Zusammenhalt innerhalb der Patrulle gestärkt. Mit Hilfe des Abenteuers kannst du das soziale Lernen in der Patrulle gezielt unterstützen.
HikeDer Hike ist eine selbständige Patrullenwanderung – häufig mit übernachtung – außerhalb des Lagerplatzes. Fortbewegungsart, Schwierigkeitsgrad und Länge der Hikeroute sind variabel und auf die Fähigkeiten der Patrulle abgestimmt. Er bietet einen Rahmen für das gemeinsame Bewältigen von Herausforderungen bzw. Lösen von Aufgaben, sowie die bewusste Naturerfahrung unterwegs und auf dem übernachtungsplatz. Anzahl und Schwierigkeit der Hike-Herausforderungen sind ebenfalls auf die Fähigkeiten der Patrulle abgestimmt.Das Ziel des Hike ist es, der Patrulle die Möglichkeit zu geben, ein bis zwei Tage lang Verantwortung für sich zu übernehmen, nahezu auf sich alleine gestellt zu wandern und Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Der Hike bietet der Patrulle die Möglichkeit, situationsbedingte Entscheidungen selbständig zu treffen, Kooperation zu üben, Konflikte zu bewältigen, Kommunikation zu erproben und so als Patrulle gemeinsame Schritte hin zu einem arbeitsfähigen Team zu machen. Das Wandern in der Natur bietet dafür einen günstigen Rahmen.
Wettbewerb

Bei einem Wettbewerb wird die beste Leistung (Antwort, Lösung, etc.) der Guides und Späher gesucht. Die Teilnehmenden – einzelne Kinder oder Gruppen von Kindern/Patrullen – messen sich miteinander an der Lösung der gestellten Aufgabe (WB ist die ambivalenteste Methode)

Die Guides und Späher können sich messen und vergleichen. Sie bestimmen ihren Standort und erkennen, was sie gut können und was ihnen Spaß macht. Die Guides und Späher lernen sich auf eine Risikosituation einzulassen, wobei das Risiko eines Wettbewerbs vor allem darin besteht, zu verlieren. Im Wettbewerb erleben die jungen Jugendlichen Erfolge und Niederlagen. Sie lernen, mit eigenen und fremden (!) Niederlagen umzugehen, sie erleben Leistungsdruck und erhöhen ihre Frustrationstoleranz. Gleichzeitig lernen sie, als GewinnerInnen nicht überheblich zu sein und die Schlechteren dadurch nicht zu demotivieren bzw. zu beschämen, sondern ihnen wertschätzend zu begegnen.
Patrulle
KornettInDie Methode KornettIn bietet der Patrulle die Option einzelne Patrullenaufgaben an ein Patrullenmitglied zu übertragen. Welche Aufgaben das sind, an wen diese delegiert werden und wie diese Funkton heißt sind demokratische Entscheidungen der einzelnen Patrullen. In sogenannten "Orgelpfeifenpatrullen" (Kinder unterschiedlichen Alters) bietet die Methode zusätzlich einen Rahmen für das Peer Tutoring.
PatrullenratIm Patrullenrat (PR) trifft die Patrulle gemeinschaftlich Entscheidungen, plant und reflektiert das Zusammenleben und bearbeitet Probleme.Mitsprache in der Patrulle ist ein Prozess, mit dem wir sicherstellen können, dass unsere Guides und Späher Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, durch Mitsprache gestalten können. Der dabei geübte demokratische und von gegenseitigem Respekt geprägte Umgang miteinander soll letztendlich auch in den Lebensbereichen außerhalb der Patrulle gelebt werden. Das Mitgestalten des eigenen Umfeldes führt auch zu einer stärkeren Identifikation mit der Patrulle, begleitet von einem gesteigerten Engagement innerhalb der Peer Group. Um Mitsprache in der Patrulle erlernen und erleben zu können, braucht es Strukturen. Die Rahmenbedingungen werden durch geeignete Methoden festgelegt, die eine kreative und selbstverantwortliche Gestaltung des Inhalts durch die Guides und Späher zulassen. Wer sich in der Patrulle einbringt, stellt seine eigene Meinung auch automatisch der Meinung anderer gegenüber, dies erfordert manchmal Mut und stellt einen wesentlichen Entwicklungsschritt unserer Guides und Späher dar.
PatrullenaufgabenTeamaufgaben sind Aufgaben, die in einem Team wahrgenommen werden müssen, damit dieses seine Ziele erreichen kann und der Zusammenhalt im Team erhalten bleibt/gestärkt wird. Patrullenaufgaben sind eine GuSp-gerechte Auswahl dieser Teamaufgaben, die die Kids lernen entlang ihrer Fähigkeiten schrittweise wahrzunehmen.
PatrullenämterEinzelne Patrullenmitglieder können sich frei nach ihren Interessen in Absprache mit der Patrulle ein Patrullenamt auf Zeit wählen. Diese sind nicht mit einfachen Jobs, die von der Patrulle wahrgenommen werden müssen, zu verwechseln.
PatrullenaktionEine von der Patrulle gemeinsam ausgesuchte, geplante und durchgeführte AktionMitbestimmung auf Partizipationstufe 6
Gruppenentwicklung
Teamfähigkeiten entwickeln
Arbeitsfähigkeit üben
Trupp
TruppratIm Trupprat (TR) kommen RepräsentantInnen der Patrullen und des Leitungsteam zusammen um gemeinschaftlich Entscheidungen zu treffen, das Zusammenleben zu planen und zu reflektieren sowie um Probleme zu bearbeiten.siehe Patrullenrat oben
Spiel

Spielen ist die ursprüngliche, menschliche Form des Lernens und der Entwicklung, wobei diese Art des Lernens gekennzeichnet ist durch:

  • ein lustbetontes, alle Sinne mit einbeziehendes Tun
  • eigenes Interesse, Neugier, Lust und Freude am Erfolg
  • ein (Probe)Handeln ohne ernste Folgen, jedoch mit realem Bezug
  • ein selbstbestimmtes, ein nicht gegen andere gerichtetes, die eigenen Grenzen erforschendes Handeln
  • wiederholendes Lernen durch Versuch und Irrtum, erneuten Versuch und zuletzt Erfolg «das Erfahren und Spüren des eigenen Körpers, Ausbildung von Körperbewusstsein «Orientierung an einem Ziel, Vermittlung einer Botschaft und von Werten
TruppversammlungIn einer Truppversammlung hat jede Guide und jeder Späher die Möglichkeit, das Truppleben aktiv mitzubestimmen. Hier werden Themen behandelt, die alle Kids persönlich betreffen und deswegen die Zustimmung jeder/s Einzelnen erfordern. Dies können beispielsweise Regeln sein, die bereits vorab im Trupprat erarbeitet wurden und dann von allen Truppmitgliedern abgestimmt werden.siehe Patrullenrat oben.
Die jungen Jugendlichen lernen im Rahmen einer Truppversammlung, ihre eigenen Interessen und Meinungen in einer größeren Gruppe zu äußern und gegenüber anderen zu vertreten.
Schritt für SchrittEine Methode, die es jedem einzelnen GuSp ermöglicht sich individuelle Herausforderungen aus den 8 Schwerpunkten auszusuchen und zu bearbeiten.Persönliche Weiterentwicklung - 5 Aspekte (Innerer Antrieb, persönlicher Weg, individuelles Ziel, für mich und für die Gemeinschaft, evaluieren, anerkennen und feiern)
Meine Schritte zum VersprechenDiese Methode unterstützt die GuSp bei der Vorbereitung zum VersprechenKennenlernphase in der Patrulle, PfadfinderInnengesetz kennenlernen und annehmen, PfadfinderInnenversprechen verstehen, Bereitschaft zum Versprechen, Versprechensfeier
überstellung in die nächste StufeKinder bzw. Jugendliche werden in die nächste Stufe überstellt wenn sie die Entwicklungsaufgaben bearbeitet haben. In der Regel werden sie in eine bestehende Patrulle aufgenommen. Es ist aber auch möglich, dass sie eine neue Patrulle bilden. Die überstellungszeremonie kann während einer Gruppenfeier oder aber in kleinerem Rahmen erfolgen. Auch ihr Ablauf ist nicht fix geregelt.
LagerIm Rahmen eines Lagers kannst du den Kids Raum zum Ausprobieren und für Erlebnisse bieten, für die in den wöchentlichen Heimstunden kaum Platz ist. üblicherweise fahren die Patrullen eines Trupps gemeinsam auf Lager, wobei neben kürzeren Wochenendlagern (etwa zum Auftakt im Herbst, in den Weihnachtsferien oder zu Pfings- ten) ein längeres Zeltlager in den Sommerferien (meistens 7-10 Tage lang) fix im Jahresplan verankert sein sollte.Vielfältige Lernfelder: Neuland mit einer Gruppe von Freunden erforschen, Verantwortung übernehmen, Schwierigkeiten abseits der eigenen Familie und der üblichen Umgebung bewältigen, die Patrulle entwickelt sich als Gruppe weiter, Das Leben in einfacher und ursprünglicher Art erleben,...
FreizeitFrei gestaltbare Zeit für GuSp im Rahmen von Lagern.Kids brauchen Rückzugsräume, Bedürfnis nach selbst gestalteter Zeit, Partizipationsstufe 7 (=Inhalt Frei, Rahmen von LeiterInnen mit Kids definiert, keine weitere Struktur)
Heimstunde/ HeimabendZusammenkunft des GuSp-Trupps. Finden regelmäßig (wöchentlich) statt. Die GuSp erleben dabei ein über alle Schwerpunkte ausgewogenes und ganzheitliches Programm im Rahmen der Patrulle, aber auch Trupp, Interessengruppe, als Einzelne/r. Partizipative Prozesse ermöglichen die Mitbestimmung der Kids am Programm.Ausgewogenes und ganzheitliches Programm, Herz-Hirn-Hand, Spannungsbogen, regelmäßige Zusammenkunft der Peer Group, Gruppenentwicklung, spontane und planvolle Beteiligung der Kids am Programm (Partizipationslevel 4-6)
Zeremonien, Traditionen und Rituale

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