Heimstunden und Programmplanung

Heimstunden und Programmplanung

In diesem Kapitel geht es um die Grundlagen der Heimstunden- und Programmplanung, denn eine gute Planung ist meist eine „Garantie" für ein gutes Programm. Zuerst geht es um die langfristige Programmplanung – für was ist eine Jahresplanung gut? -  und schließlich um die Planung der einzelnen Heimstunden.

Langfristige Programmplanung

Es ist empfehlenswert dein Programm langfristig zu planen. So hast du zu Jahresbeginn einen groben Plan, Überblick über die Anzahl der Heimstunden des kommenden Jahres, weißt wann wichtige Feste und (Gruppen-) Termine einzuplanen sind und kannst eventuell schon passende Lagertermine finden. Durch eine langfristige Planung ist es auch möglich Zusammenhänge zwischen den einzelnen Heimstunden herzustellen (bis hin zu einem Jahresthema), unsere Schwerpunkte und Themen gleichermaßen unterzubringen und es garantiert darüber hinaus Abwechslung in den Heimstunden.

Wichtig ist aber vor allem, dass du auf die Wünsche und Erwartungen der Kinder und Jugendlichen achtest. Schon die WiWö haben Wünsche und wissen, was ihnen gefällt. Die Patrullenheimstunde bei den GuSp ist eine gute Methode zur Mitbestimmung bei der Programmgestaltung. Ab CaEx und RaRo ist eine Planung mit den Jugendlichen die Basis für tolles Programm. Je nachdem, wie sehr sie es gewöhnt sind bei der Programmplanung mitzureden oder auch selbst zu entscheiden, desto selbstständiger werden sie handeln.

Auch die Mitglieder deines LeiterInnenteams haben Ideen, Wünsche und auch Erwartungen ans Programm. Deshalb ist es wichtig, dass bei einer Programmplanung alle Teammitglieder dabei sind. So kann jeder/jede Wünsche und Themen mit einbringen und Aufgaben können entsprechend verteilt werden. Alle zwei bis drei Monate sollten die kommenden Heimstunden dann im Detail geplant werden.

Heimstundenplanung

Die regelmäßige Heimstunde ist das Kernstück deiner pädagogischen Arbeit. Sie bietet für die Kinder und Jugendlichen einen geschützten Rahmen in dem sie lernen und sich weiterentwickeln können. Im Idealfall dauern die Heimstunden immer gleich lang, damit sich die Kinder und Jugendlichen – aber auch die Eltern – darauf einstellen können. Falls es doch einmal länger dauern sollte informiere bitte die Kinder oder Jugendlichen sowie die Eltern rechtzeitig. Außerdem sollte es in den Heimstunden ein immer wiederkehrendes Einstiegs- und Ausstiegsritual geben (etwa zu Beginn ein Spiel und als Abschluss einen Schlusskreis).

Von der Idee zur Umsetzung

Ausgehend von der Ideensammlung der Kinder und Jugendlichen, die du durchaus durch die Programmideen, die ihr im LeiterInnenteam habt, ergänzen kannst und sollst, überlegt ihr euch im Team, was die Kinder und Jugendlichen nach der Heimstunde, wissen, erlebt oder ausprobiert haben sollen – also ein Ziel.

Was in der Heimstunde passiert (Inhalt), kann unterschiedlich sein, im besten Fall ergibt es sich aus den Wünschen der Kinder oder Jugendlichen und dem Ziel, das ihr euch vorher überlegt habt.

Nachdem ihr festgelegt habt, was ihr mit der Heimstunde erreichen wollt (Ziel) und was passieren soll (Inhalt), ist es wichtig, das Ganze so zu verpacken, dass die Kinder oder Jugendlichen Spaß daran haben (Methoden). Denk daran, dass wir alle – auch die Kinder und Jugendlichen – in unserer Freizeit zu den PfadfinderInnen kommen. Spaß zu haben ist ein wichtiger Motivationsfaktor wird dafür sorgen, dass die Kinder oder Jugendlichen gerne in die Heimstunden kommen. Vor allem Kinder, aber auch Jugendliche, lieben Geschichten. Es macht oft Spaß, wenn die Heimstunde oder die Aktion ein Motto hat und ihr euch vielleicht sogar verkleidet.

Du solltest auch darauf achten, dass deine Methoden abwechslungsreich sind und du damit Herz, Hand und Hirn ansprichst (also eine ganzheitliche Programmgestaltung). Außerdem sollten die Methoden an die Gruppengröße angepasst sein

Aktivitäts- und Spannungskurve beachten

Innerhalb der Heimstunde ist Abwechslung besonders wichtig, denn Kinder oder Jugendliche können und wollen sich nur eine Zeit lang konzentrieren. Wie gesagt, die Kinder und Jugendlichen verbringen ihre Freizeit bei uns und wollen Spaß haben.

Es gibt die sogenannte Aktivitätskurve, die dir hilft, aktive und ruhige Phasen richtig einzusetzen. Zu Beginn der Heimstunde sind die Kinder oder Jugendlichen meist noch lebhaft, daher solltest du mit einer aktiven Phase (z.B. mit einem Bewegungsspiel) starten. Damit ermöglichst du den Kindern und Jugendlichen, dass sie „in der Heimstunde ankommen". Dann könnt ihr euch mit einer geeigneten Methode dem Inhalt oder Thema zuwenden. Zwischendurch macht es vielleicht Sinn, ein auflockerndes Spiel zu spielen. Gegen Ende der Heimstunde kann es auch mal ruhiger zugehen - oder auch nicht. Wichtig ist, dass die Kinder oder Jugendlichen begeistert nach der Heimstunde nachhause gehen.

Die sogenannte Spannungskurve deckt sich im Prinzip mit der Aktivitätskurve. So sollte es zu Beginn jeder Heimstunde eine Bewegungs-/Motivationsphase geben, die von einer Erlebnis-/Erfahrungsphase abgelöst wird. In dieser kannst du den Inhalt der Heimstunde vermitteln, der immer einen Höhepunkt haben sollte. Danach kommt die Ausklangsphase, die auf jeden Fall ein klares Ende der Heimstunde darstellen soll und der Abschluss ist. Dieser ist besonders wichtig und sollte - auch bei Zeitnot - nie gestrichen werden.

Zeitplan, Material und Verantwortlichkeiten klären
Wenn ihr euch für den Inhalt und die Methode der Heimstunde entschieden habt ist es wichtig einen Zeitplan für die Heimstunde festzulegen – welcher der gewählten Programmpunkte dauert wie lange? Danach müsst ihr noch den Materialbedarf für die einzelnen Programmpunkte abklären und festlegen, wer von euch für die Materialbeschaffung und die Umsetzung der Programmpunkte zuständig ist. Es macht Sinn, dass ihr euch die einzelnen Programmpunkte aufteilt. Das stresst jeden einzelnen von euch weniger und bietet Abwechslung für die Kinder und Jugendlichen.

Reflexion

Genauso wichtig wie die Vorbereitung ist die Nachbereitung einer Heimstunde. Um zu erfahren, wie den Kindern und Jugendlichen das Programm gefallen hat, macht es Sinn, sie danach zu fragen. Auch für die Reflexion gibt es viele Methoden, die du je nach Alter der Kinder und Jugendlichen gezielt einsetzen kannst. Bei der Reflexion solltest du dir mit deinem Team gemeinsam darüber Gedanken machen, was gut funktioniert hat, was weniger gut, was euch sonst noch aufgefallen ist und vor allem, was das für die Planung der kommenden Heimstunden heißt.

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